Pinterest im Aufstieg

Pinterest gehört im deutschsprachigen Raum nicht gerade zu den meistbesuchten sozialen Netzwerken. Es liegt im Durchschnitt auf Platz 65. Allerdings ist dies nicht überall so. In den USA sammeln über 70 Millionen Nutzer täglich interessante und schöne Fotos zu den verschiedensten Themen auf Pinterest und verlinken bzw. veröffentlichen diese auf virtuellen Pinnwänden. Es ist nicht verwunderlich, dass Pinterest deshalb dort als Marketingplattform mit großem Aufstiegspotenzial betrachtet wird.

Wie funktioniert Pinterest?

Bei Pinterest registrieren sich Nutzer mit Namen, Alter und Geschlecht und wählen zu Beginn aus, an welchen Themen sie interessiert sind – dabei gibt es ein breites Spektrum an Themen, die zur Auswahl stehen, von Technologie bis hin zu glutenfreier Kost.

Dabei sind es vor allem Nutzerinnen, die täglich etwas an ihre virtuelle Pinnwand heften. Über 80% der Pinterest-Nutzer sind Frauen – Frauen, die vor allem Mode und Dekorationsartikel pinnen und mit anderen interessierten Nutzerinnen teilen.

Die Funktionsweise von Pinterest verständlich erklärt

Bei Pinterest geht es also resümiert um Dinge, die man mag – für die also ein reges Interesse und eine Kaufbereitschaft besteht. Für Unternehmen ist Pinterest somit ein soziales Netzwerk, das eindeutige Werbesignale gibt. Sollte das etwa bei der Marketingstrategie außen vor gelassen werden?

Langsamer Einstieg in die Werbebranche

Direkte Werbung gab es bis vor Kurzem bei Pinterest noch nicht – es konzentrierte sich eher auf den Nutzerausbau.

Werbung auf Pinterest

Mittlerweile kann man auf Pinterest auch Werbung schalten

Seit Sommer 2014 arbeitet Pinterest in einer Test- und Anlaufphase mit sogenannten “Promoted Pins”. Für das Pilotprojekt wurden etwa zehn große Unternehmen ausgewählt, darunter Nestlé und Walt Disney Resorts, welche die Werbung mit für ein Pilotprojekt recht kostspieliger Kosten-Pro-Tausend-Werbung, auch als KPT oder englisch CPM bekannt, an die Frau brachten.

Außer den Auserwählten standen bereits vor Start des Pilotprojekts zahlreiche Unternehmen auf der Warteliste.

Schöne Fotos von Dingen, die man kaufen möchte, werden also auf Pinterest geteilt – warum sollte ein Unternehmen also keine Pinnwand auf Pinterest haben? Es geht schließlich nur um schön – jeder Inhalt, der weitergepinnt wird, kann also auch von anderen Nutzern als schön betrachtet werden und direkt auf den Online-Shop weiterverlinken.

Da können Kaufinteressenten dann sogar sehen, welches Budget das gewünschte Objekt hat und ob es gerade verfügbar ist.

Was ist der nächste Schritt?

Aber sollte Pinterest hier stoppen, wo es doch gerade erst mit der Werbung begonnen hat? Wohl kaum. Mitgründer Ben Silbermann arbeitete bereits 2006 an einer Shopping-App namens Tote, welche allerdings keinen Erfolg hatte. Silbermann zweifelt nicht daran, dass der nächste Schritt in der Werbeentwicklung Pinterests eine einfache Kauffunktion sein wird – und das wird auch für europäische Unternehmen im Social Media Marketing interessant werden.